Vor dem Shoppen kommt die Internet Recherche. Laut einer neuen Studie des ECC Instituts informieren sich knapp 40% der Verbraucher vor dem Kauf  im Internet, um dann stationär einzukaufen. Informationsquelle Nr. 1 ist dabei nicht Google, sondern mit großem Abstand Amazon. Zwei Drittel der befragten Konsumenten informieren sich bei den Produkten zunächst bei Amazon und nur 16% bei Google. 

 

150505_ECC-Cross-Channel-Studie-2015_Kanaluebergreifende-Informationssuche_700px

Quelle/Copyright: ECC StudieCross Channel Studie 2015

 

Fashion Week Berlin 2015

 

Fashion Week Panorama
DSCN3433_FotorFashion Week BerlinDSCN3453_FotorFashion Week Berlin Fashion Week Berlin 2015 Fashion Week BerlinDSCN3457_FotorFashion Week SeekFotos: Guido Schmitz

Ging es im letzten Blog um die Reise der Kunden, wollen wir uns die einzelnen Reisziele (Kontaktpunkte) etwas genauer anschauen. Schaut man sich die aktuellsten Umfragen an, ist einer der wichtigsten Kontaktpunkte die Webpage. Auch im Fashion Bereich informieren sich die Kunden immer häufiger im Internet. Sei es in Blogs über die neusten Trends oder nutzen die diversen Online Anbieter für Preisvergleiche. Aber auch wenn Sie nur über ein rein stationäres Geschäft verfügen, ist eine gut gemachte Webpage ein Muss. Es geht da nicht so sehr darum dem online Handel Konkurrenz zu machen, sondern nutzen Sie eine Webpage als virtuelle Filiale Ihres Geschäfts und als Mittel aus Laufkundschaft Stammkunden zu machen. Jetzt ist ‚gut gemacht‘ natürlich ein sehr dehnbarer Begriff und es gibt dazu haufenweise schlaue Ratgeber über den Aufbau von Webpages, den optimalen Texten usw.

Retail Marketing

Store Design offline und online

Um es mal auf den Punkt zu bringen. Für Sie als stationärer Einzelhändler oder als Modelabel ist eine Webpage nichts anderes als Ihr virtuelles Schaufenster oder Ihr Showroom. Die Gestaltung der Seite sollte sich an denen des Ladengeschäfts orientieren. Um es etwas pathetischer zu beschreiben, ein gut gemachtes Webpage Design muss die Seele Ihres Geschäfts konsequent in die virtuelle Welt übersetzen. Wenn Ihnen das gelingt, haben Sie sicherlich einen wichtigen Schritt gemacht, um die Kunden auf Ihrer Reise abzuholen.

Manchmal ist weniger mehr

Oftmals sieht man Web Seiten, die es mit dem Design zu gut meinen: Intro Filme, aufwendige Animationen auf der Startseite gehen oft auf Kosten der Benutzerfreundlichkeit oder noch schlimmer, machen die Seiten langsam. Viele User sind dann eher genervt und mit dem nächsten Click wieder verschwunden. Ein übersichtliche Struktur und wohldosierte grafische Elementen bringen da wesentlich mehr. Auch hier gilt, orientieren Sie sich bei Aufbau Ihrer Webseite an Ihr Store Design.

Inhalt und Mehrwert

Das Geheimnis einer guten Webpage ist neben der visuellen Gestaltung und der Benutzerfreundlichkeit der Inhalt. Guter und aktueller Content wird auch von den Suchmaschinen immer mehr honoriert und ist gut für Ihr Ranking. Wie kommt man an Content? Schreiben Sie etwas zu der Geschichte Ihrer Label, Ihres Stores.
Stellen Sie z.B. Kollektionssets zusammen und posten Sie diese als Bild auf Ihrer Webpage. Sogenannter ‚handpicked stuff‘ inspiriert Ihre Kunden und verschafft Ihnen ein hohes Maß an Glaubwürdigkeit. Oder schreiben Sie über die neusten Modetrends zu Ihren Label. Dafür müssen Sie kein begnadeter Texter sein. Auch hier gilt,  Authenzität wird belohnt.
Noch ein Tipp zur Software, verwenden Sie zur Verwaltung Ihrer Seite ein Webcontent Management System, bei dem Sie selbst ohne Programmierkenntnisse Inhalte einstellen können (z.B. WordPress). Black Boxes, bei denen nur ein Programmierer etwas ändern kann sind oftmals in der Abstimmung zu aufwendig und auf Dauer zu kostspielig.

E-Commerce ja oder nein ?

Die Frage, ob man einen Webshop integriert ist nicht leicht zu beantworten. Und hängt stark von Ihrer Strategie ab, die Sie verfolgen. Der Handel übers Internet ist mit vielen Herausforderungen verbunden. Zusätzlicher Aufwand für das Verpacken und Verschicken, Retouren, integrierte Bezahlfunktionen, zusätzliche Haftung bei Online Kauf etc. Für einen Webshop sprechen zusätzliche Umsatzchancen und eine überregionale Präsenz. Vielleicht auch hier ein Tipp, fangen Sie zunächst mit einer Webseite ohne Shop Funktionalität an, analysieren Sie Ihre Kunden. Geben Sie Ihnen die Möglichkeiten der Interaktion. Dann finden Sie relativ schnell heraus, ob ein Bedarf an Online Shopping da ist. Auch eine Analyse des Wettbewerbs macht Sinn. Je mehr Sie mit Ihrem Sortiment einer Nische bedienen, desto mehr macht es Sinn über einen Verkauf übers Web nachzudenken, um den Kundenkreis zu vergrößern.

Das Budget

Jetzt werden Sie denken“ ok das wird teuer.“ Die gute Nachricht: Nein wird es nicht. Sie brauchen keine komplexe Seitenstruktur, eine gut gemachte Ladingpage ist oftmals ausreichend und auch mit geringen Budget zu realisieren. Folgende Kostenblöcke müssen Sie einkalkulieren:

monatliche Kosten für die Domäne und für Kosten für die Software/Content Management

Kosten für einen Web Programmierer

Und last but not least: ein wenig Ihre Zeit. Aber die ist gut investiert.

Wenn Sie mehr zu dem Thema Webpage und Webpage Design wissen möchten, dann schreiben Sie uns doch einfach eine E-Mail oder rufen „ganz klassisch“ bei uns an.

 

Um die neuen Spielregeln  besser zu verstehen, lohnt es sich das Konsumverhalten einmal genauer anzuschauen.
In der letzten Zeit hat sich im Online Marketing der Begriff  der  ‚Customer Journey’ etabliert . Er beschreibt die „Reise“ eines potenziellen Kunden über die verschiedenen Kontaktpunkte mit einem Label oder einem Unternehmen (engl. Touchpoints).  Unterteilt ist die Reise in Phasen bzw. Zyklen von der Awareness (lnspiration) z.B für ein bestimmtes Label bis hin zur Conversion, dem Kauf eine Produktes. Die Touchpoints mit denen der potenzielle Kunde während dieser Phasen in Berührung kommt  sind jede Art von (medialen)Kontaktpunkten, von klassischer Print- oder TV Werbung, über Onlinemarketing wie Banner oder Webpages bis hin zur Blogs oder Produktbewertungen im Internet.

 

Customer Journey

 

Nun gab es solche „Reisen“ schon seit dem es Werbung gibt, nur sind Sie durch das Internet und insbesondere durch soziale Medien wesentlich komplexer geworden. Das liegt einfach daran, das  durch das Internet schlichtweg die Anzahl möglicher Kontaktpunkte zugenommen hat. Oder, um bei dem Bild der Reise zu bleiben, es gibt wesentlich mehr Sehenswürdigkeiten und die werden heute nicht mehr nur nach dem klassischen Reiseführer „Rundgang“ ausgewählt, sondern durch viele Informationsquellen individuell gestaltet.

Die Kundenwege werden individueller

Gab es früher klassische Anzeigen, Beileger in der Zeitung und das Schaufenster als wichtigste Kontaktpunkte, sind es heute wesentlich mehr. Zwar hat gerade in der Fashion Branche hat Print nach wie vor wichtige Funktion, insb. wenn es darum geht die Bedürfnisse und Kaufabsichten für ein bestimmte Marke zu wecken.  Aber auch Online Medien insb. in Form von Mode Blogs und Social Media gewinnen immer mehr an Bedeutung.

 Online hinterlassen Kunden Spuren

Hinzu kommt, das Online Kontaktpunkte wesentlich besser gemessen werden können, also die Reise genauer nachvollzogen werden kann. Wie lange sich z.B. die Kunden Eine Kleidungsstück im Schaufenster anschauen, ist sicherlich schwer zu erfassen. Es sei denn Sie stellen Mitarbeiter mit der Stoppuhr daneben. Ist die Kollektion oder das Sortiment jedoch im Internet präsent, so lässt sich die Verweildauer auf den einzelnen Seiten durchaus gut messen.

 Jede Konsum Reise verläuft anders

Natürlich durchläuft nicht jeder Kunde die selbe „Reise“, diese hängt von vielen Faktoren ab und ist von Zielgruppe zu Zielgruppe anders. Auch sind andere Faktoren wie z.B. das Wetter gerade im textilen Einzelhandel eine entscheidender und leider nicht beeinflussbarer Parameter für das Kaufverhalten. Auch können die Kundenreisen in der Modewelt  nach wie vor sehr kurz sein, da Sie  oftmals impulsiv und emotional geleitet sind.  Unter dem Motto: tolle Jacke im Schaufenster, will ich haben, kaufe ich sofort.
Aber trotzdem wird es immer wichtiger,  sich bewusst zu machen, dass die Reise komplexer geworden ist und auch stationäre Händler mit Ihrem Angebot an möglichst vielen relevante Kontaktpunkte vertreten sein sollten. Und eben nicht nur mit einem Schaufensters in gut frequentierten Lage. Oder um bei dem Bild der Reise zu bleiben: Versuchen Sie in gewisser Weise der Fremdenführer zu sein, damit das Ziel der Reise Ihr Ladengeschäft ist.

Multi Channel, Social Media, Brick and Click, Online Marketing, Search Page Optimization, RFID Chips, Digital Signage, Argumented Reality, Adwords, Customer Journey, Showrooming…..Na, raucht schon der Kopf?
All dies sind Strategien, Tools und Maßnahmen, die immer dann genannt werden, wenn es um die Zukunft des stationären Handels geht. Was aber verbirgt sich hinter diesen Schlagwörtern? Und wie können auch kleinere Modehändler oder Modelabel die neuen Technologien für sich optimal nutzen? Um es gleich vorweg zu sagen, das klassische Erfolgsrezept gibt es nicht. Aber eine grundlegende Regel, denn eins haben fast alle diese Strategien gemeinsam.

Das Internet als Chance für den stationären Händler

Das Internet ist die technologische Basis aller Strategien und Tools. Daher die goldene Regel: Sie müssen das Internet als Chance sehen und nicht als Bedrohung. Im angelsächsischen Raum ist dabei oft von Brick & Click die Rede. Wie ich finde ein schönes Bild, um zu zeigen, um was es im Kern geht. Nämlich konsequent die Welt der Ziegel, also der realen Laden Geschäfte mit denen der virtuellen Welt des Internets zu einer sinnvollen Einheit zu verbinden.

Brick & Click
Klar ist, das der Online Handel immer weiter an Bedeutung gewinnt und dies auch zu Lasten des stationären Handels. Das gilt insbesondere für den textilen Einzelhandel. Der Anteil von Textilien am Gesamt Onlinehandel liegt mit 20% nach Elektronikartikeln bereits auf Platz zwei. Viele klassische Händler klagen darüber zu Paketannahmestellen für Zalando & Co zu werden, während die eigenen Umsätze kontinuierlich sinken. Einige Experten und natürlich Onlinehändler philosophieren über das Ende des stationären Einzelhandels. Besonders pessimistische Zeitgenossen sehen schon die Dornenbüsche durch die Straßen von mittelgroßen Städten wehen.

Die Spielregeln haben sich geändert

Das wird sicherlich nicht passieren, aber das Internet hat das Spiel und die Regeln fundamental geändert. Heute heißt es Brick und Click. Um weiterhin erfolgreich zu sein, muss der stationäre Einzelhandel das Spiel mitspielen, die neuen Regeln verstehen lernen und für sich ausnutzen. Wir werden in den nächsten Beiträgen versuchen ein paar der obengenannten Trends und Schlagwörter zu beleuchten und auf den Nutzen gerade für den textilen Einzelhandel kritisch zu hinterfragen. Daneben möchten wir Ihnen Tipps und Strategien an die Hand geben, wie Sie auch mit geringerem Budget die neuen Technologien und das Internet für Ihren Erfolg nutzen können.

Viel Spaß beim Lesen und natürlich sind Kommentare herzlich willkommen.

 

Pedro Simões, „Paris Old Metro Signboard“, CC-Lizenz (BY 2.0) siehe Impressum, Quelle: www.piqs.de

Pedro Simões, „Paris Old Metro Signboard“, CC-Lizenz (BY 2.0) siehe Impressum, Quelle: www.piqs.de

Ein kurzes, aber sehr interessantes Interview mit dem französischen Mode Designer Marcel Lassance, der als Style Manager das Store Design des Pariser Händlers Merci geprägt hat. Monsieur Lassance beschreibt  kurz und prägnant, wie seiner Meinung nach die Shops in Zukunft gestaltet sein müssen. Ein Satz den sich jeder Modefachhändler und Ladenbauer einprägen sollte : Während des Besuchs in unserem Shop erlauben wir den Kunden Spaß zu haben. Neugierig? Das ganze Interview gibt es bei style.com.

jean nouvel, danish radio concert hall, 2002-2009

Foto: jean nouvel CC-Lizenz (BY 2.0) siehe Impressum, Quelle: www.piqs.de

Und schon wieder  eine Studie. Diesesmal von Media Economics. Der Titel Shopping Enviroments 3.0.-DIE CUSTOMER JOURNEY IM ZEITALTER MOBILER, DIGITALER UND SOZIALER MEDIENNUTZUNG.  Customer Journey ? Ein Begriff aus dem Marketing, der die Phasen beschreibt, die ein Kosument durchläuft bis ein Produkt kauft. Wichtig dabei sind die sog. Touchpoints, wie Werbung, Onlineforen etc.) mit denen der Kunde im Laufe seiner „Kaufreise“ in Berührung kommt. So, nun aber zur  Studie, die wie die ECC Studie, die ich bereits vorgestellt habe den Einfluss digitaler Medien auf das Konsumenten Verhalten untersucht. Die Umfrage beleuchtet, in wie weit das Smartphone, soziale Netzwerke und die Gestaltung der Stores  das Einkaufsverhalten beeinflussen. Zwar verfügten 90% der Befragten über ein Smartphone, aber nur ca. 20% benutzen es häufig beim Einkaufen. Dabei stehen das Fotografieren der Produkte, Preisvergleiche über Google und das Online Shopping an vorderster Stelle. Knapp70% der Befragten sind der Meinung, das Smartphone würde Ihr Einkaufsverhalten nicht beeinflussen. Die Hälfte der Befragten wünschen sich W-LAN in den Geschäften. Also ein ähnliches Ergebnis wie die Studie von ECC. Soziale Netzwerke in diesem Fall Facebook scheinen nicht so eine große Rolle auf das Einkaufverhalten zu spielen.  Drei von vier Befragten lassen sich nicht durch Likes bei Facebook in Ihrer Entscheidung nicht beeinflussen und nur ein geringer Teil ist wegen eines Facebook Posts schon einmal gezielt in ein Geschäft gegangen.Auf die Frage was Kunden in die Geschäfte lockt, sind es die Klassiker wie Schaufenster, Preisangebote oder TV Werbung. Im Geschäft sind den Kunden Aufbau & Design und eine kompetente Beratung besonders wichtig. Wie bei allen Umfragen, gilt auch hier, dies nur ein Ausschnitt. So wurden für die Umfrage Passanten im Alter von 30-69 Jahren in einer Kölner Einkaufsstraße zur Vorweihnachtszeit befragt. Was das allgemeine Kaufverhalten angeht, sicherlich schon eine homogene Gruppe.

Laut einer aktuellen Umfrage des Institutes für Handelsforschung (IFH ) im Auftrag des Handelsverband Deutschland (HDE) setzt der Handel auf mehr Erlebnis bei Einkaufen, um der sinkenden Kundenfrequenz entgegenzutreten.
Vor allem Kundenevents und erlebnisorientierte Ladengestaltung sollen mehr Kunden in die Geschäfte bringen. Die Zukunft liegt für viele der befragten Händlern in einer intelligenten Verknüpfung von On-und Offline.